Wir lieben uns! Wozu sollten wir uns entwickeln? - Ein Paarberater Interview

In den Phasen vor, während und unmittelbar nach der Hochzeit geht es ja allen Paaren gut. Probleme existieren nicht, man schwebt auf Wolke 7 und alles scheint möglich. Doch wie geht ein Paar damit um, wenn erste “Schlaglöcher” auf dem gemeinsamen Weg entstehen? Um genau diese Ehephasen ein bisschen näher zu beleuchten, hat Hochzeit Total ein Interview mit den Paarberatern Martina und Hans Habegger geführt. Lesen Sie nachfolgend, welche Problemfelder Paarberater zu bearbeiten haben, wie man Ehekrisen vermeiden kann und wie man überhaupt dazu kommt als Paarberater zu arbeiten.

MH: Martina und Hans Habegger, Paarberater www.seminarion.de

 

 

UF: Udo Fleckenstein, Redakteur bei Hochzeit Total

 

 

 

UF: Hallo Martina und Hans, darf ich euch zu Beginn unseres Interviews die Frage stellen, in welchen Berufen ihr tätig ward bevor ihr Paarberater geworden seid?

MH: Hallo Udo, ja natürlich.
Martina: Ich war ursprünglich als Kinderkrankenschwester tätig und wurde nach diesem Beruf Assistentin im öffentlichen Gesundheitsdienst. Als mir die Grenzen der Schulmedizin bewusst wurden, machte ich meine Ausbildung zur Heilpraktikerin/Kinesiologin.
Hans: Meine beruflich Laufbahn begann außerhalb des Gesundheitssystems, nämlich als Diplom-Ingenieur für Informationstechnik. Über Vertrieb und Marketing gelangte ich irgendwann in den Bereich der Geschäftsführung, hatte aber nicht das Gefühl, dass dieser Beruf meine Berufung wäre. Ausgelöst durch mehrere private und berufliche Impulse bildete ich mich weiter zum lehrenden Transaktionsanalytiker im Bereich Beratung und legte ich meine Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG) ab. Heute habe ich eine Praxis für Psychotherapie (HPG) und coache Führungskräfte in der Industrie.
MH: Paarberatung führen wir übrigens grundsätzlich gemeinsam durch, so können wir beide Geschlechterperspektiven in unsere Beratung mit einbringen. Das wird von vielen Paaren als sehr wichtig empfunden. 

UF: In den Phasen vor, während und unmittelbar nach der Hochzeit geht es ja allen Paaren gut. Man schwebt auf Wolke Nr. 7, Probleme existieren nicht und alles scheint möglich. Was könnt ihr als Paarberater den Paaren mit auf den beginnenden gemeinsamen Lebensweg geben?

MH: Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch all jenen, die diesen schönen Weg gemeinsam gehen oder gehen wollen. Auf dem Weg ins Eheglück werden irgendwann kleine und große Schlaglöcher entstehen, welche je nach Situation viel Energie kosten können. Wenn beide Eheleute diese Stolperfallen als gemeinsame Aufgabe begreifen und bereit sind aktiv daran zu arbeiten, sind die Voraussetzungen am Besten. Letzlich geht es darum, Zeit in die eigene Entwicklung zu investieren und nicht einfach zu warten, dass es von alleine geschieht.

UF: Was hat euch dazu motiviert, als Paarberater zu arbeiten?

MH: Unsere Erfahrungen aus früheren Ehen und unsere Entwicklung als Berater/Therapeuten haben dazu beigetragen. Wir sehen mittlerweile auch immer mehr Paare in unserer unmittelbaren Umgebung, welche Schwierigkeiten miteinander haben und wir glauben einen wertvollen Beitrag zu deren Weiterentwicklung leisten zu können.

UF: Macht euch eure Beratungstätigkeit Spaß?

MH: Auf jeden Fall, denn es ist schön zu sehen, wenn unsere Impulse zu positiven Veränderungen beitragen.

UF: Sind es in einer Beziehung eher die Männer oder eher die Frauen, die den Vorschlag machen einen Paarberater zu konsultieren?

MH: Nach unserer Erfahrung sind es überwiegend die Frauen die den ersten Schritt zur Veränderung machen wollen. Dennoch ist der Anteil der Männer, welche die Initiative ergreifen deutlich höher geworden – Tendenz weiter steigend. Es scheint so, dass sich die Männer auch hier emanzipieren.

UF: Habt ihr auch manchmal „hoffnungslose Fälle“, bei denen die Trennung als beste Lösung erscheint?

MH: Solange Paare gemeinsam Unterstützung suchen, besteht auch die Möglichkeit zur gemeinsamen Entwicklung. Das kann natürlich unterschiedlich schwierig sein. Von „hoffnungslosen Fällen“ zu reden fällt uns hier schwer – dort wo Hilfe gesucht wird besteht auch noch Hoffnung.

UF: Gibt es bestimmte Problemfelder die ihr häufiger antrefft?

MH: Eine auffallend häufige Ursache ist die wenig ausgeprägte Fähigkeit, tatsächlich miteinander zu reden – in direktem Austausch von Partner zu Partner und zwar außerhalb der täglichen Organisationsroutine. Oft reden Paare fast ausschließlich darüber wie der Tag und die nächste Zeit zu organisieren ist, aber nur sehr wenig über sich selbst. Unausgesprochene Erwartungen führen nicht selten zu Frustration – der Partner kennt bzw. ahnt die Erwartungen nicht und kann deshalb auch nicht darauf eingehen.

UF: Gibt es während der Beratungsgespräche auch manchmal Streit zwischen den Paaren?

MH: Ja, insbesondere zu Beginn des Beratungsprozesses. Hier gilt es, in angemessener Form zu intervenieren um den Streit in zunehmend konstruktive Bahnen zu lenken. Streiten ist manchmal notwendig und faires Streiten will gelernt sein.

UF: Könnt ihr aus eurer Erfahrung heraus einen Tipp geben, wie sich Paare den Paarberater ersparen können – also wie man eine glückliche Beziehung führt?

MH: Ein Patentrezept für glückliche Beziehungen gibt es leider nicht. Wie bereits erwähnt ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass man als Paar miteinander redet und nicht gegeneinander. Vielen Partnern ist es gar nicht bewusst, dass sie im Grunde gar nicht miteinander kommunizieren, aber das lässt sich glücklicherweise lernen. Wir bieten im Seminarion sogar ein Seminar zu diesem Thema an: www.seminarion.de/paarberatung-paargruppe-gelnhausen_hanau.html

UF: Lebt ihr selbst in einer glücklichen Ehe?

MH: Auf jeden Fall! Nach unseren insgesamt drei Scheidungen scheinen wir etwas verstanden und gelernt zu haben. Mittlerweile sind wir seit 19 Jahren glücklich verheiratet. Wir sehen bei uns selbst immer wieder, wie wichtig der persönliche Austausch ist.

UF: Ich danke euch für dieses interessante Gespräch.

 

Seminarion – Raum für Menschsein
Martina und Hans Habegger
Hauptstraße 214
63829 Krombach (bei Aschaffenburg)
Tel: 06024/5098840
http://www.seminarion.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

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